Ein Licht, so grau in grün – Liedprogramm mit Vertonungen von Gedichten Richard Dehmels

  „Ein Licht, so grau in grün“

Ein Liedprogramm mit Vertonungen von Gedichten Richard Dehmels

Eine Einordnung Richard Dehmels und eine Reflexion der Veranstaltung von Hartmut Hecker

Die Jahrhundertwende 1900: eine Zeit des Umbruchs. Alte Ordnungen beginnen, sich aufzulösen. In der Zeit der Übergänge brechen sie sich wie die Lichter in einem Prisma und leuchten in alten und neuen, noch unbekannten Farben. Neue Ordnungen werden gesucht in der Literatur, der Malerei, in der Musik. Weit und überall werden sie erprobt, noch immer aus den alten Formen heraus, aber in wilden Brüchen und in noch unerfahrenen, erschreckenden oder sich verlierenden Wendungen.

Ein Skandal wie die Auffürung des „Sacre du printemps“ von Igor Strawinsky wird ein bekannter Höhepunkt dieser Entwicklung. In der Malerei wagen Paul Klee und andere den Weg zu abstrakten Elementen in ihren Werken. In der Literatur wendet sich Rainer Maria Rilke in seinen „Duineser Elegien“ den tiefsten Elementen seines eigenen Erfahrens zu („Ein jeder Engel ist schrecklich“).

Und Arnold Schönberg: er vertonte Texte von Richard Dehmel, am bekanntesten: „Verklärte Nacht“, ein Streichsextett, in seiner Anlage aus der Tradition heraus komponiert, aber mit allen Elementen der Entfremdung und mit den elementar eindrucksvollen Brüchen, die eine gewaltige Verwandlung und Erhöhung traditioneller Ausdrucksformen ermöglichen.

Dem Dichter Richard Dehmel ist auch ein Großteil der Lieder gewidmet, die der Pianist Jens Hamer und die Sopranistin Constanze Hose in einer Matinee im großen Saal des Hölderlin Eins aufführen.  

Bei der Durchsicht des Programms fällt auf, dass nur wenige der ausgewählten Komponisten und Textdichter zu den weithin bekannten gehören. Dies ist gewollt und erweist sich als ein genialer Schlüssel zur Beleuchtung der Aufbruchszenerie in der Jahrhundertwende. Alle Künste sind miteinander verwoben, wie auch die Künstler untereinander.

Stellvertretend dafür das Beispiel Alma Mahler, Frau von Gustav Mahler. Sie war in Freundschaft verbunden mit bedeutsamen Musikern ihrer Zeit (z.B. Richard Strauss, Igor Strawinsky, Arnold Schönberg, Franz Schreker, Alexander von Zemlinsky), mit Künstlern (Gustav Klimt, Oskar Kokoschkar) und Literaten (Gerhard Hauptmann, Thomas Mann, Franz Werfel, den sie 1929 in dritter Ehe heiratete).

Wie treffend, dass Alma Mahler weit oben im Programm mit gerade dem zentralen Text der Matinee (Richard Dehmel: „Die stille Stadt“) als Komponistin vorgestellt wird (sie musste ihr Komponieren aufgeben, um Gustav Mahler zu heiraten).

Wie treffend auch, dass mit Richard Strauss und insbesondere mit Franz Schreker und Alexander von Zemlinsky weitere ihrer Freunde als die zentralen Komponisten des Programms gewählt wurden. Diese beiden, sowohl in Klavierfantasien als auch in Liedvertonungen, lassen alle Impulse dieser Aufbruchzeit, die sich als Musik ereignen, lebendig werden.

Und Richard Dehmel?

Heute fast vergessen. Er erregte Aufsehen damals, mit seinen Gedichten, die alte Konventionen sprengten. „Die stille Stadt“ aber ist eine Lyrik, in der aus der deprimierendsten Düsternis heraus „ein Lichtlein“ beschworen wird „aus Kindermund“.

Sopranistin Constanze Hose
Pianist Jens Hamer

 

 

 

 

 

 

 

 

Drei Vertonungen dieses Gedichts stellen die beiden Künstler des Matinees, Jens Hamer und Constanze Hose, vor: von Alma Mahler, Kurt Weill und von Jean Sibelius. Ein Einblick sondergleichen in verschiedene Lied-Interpretationen desselben Textes. 

Und sie stellen noch viel mehr vor: Sie geben Einführungen und Erläuterungen, verweisen vor der jeweiligen Aufführung einzelner Kompositionen auf Charakteristika der Kompositionsweise und auf ihre Zusammenhänge mit den literarischen Vorlagen.

Auch hier also ein Aufbruch: von der rituellen Aufführungspraxis hin zu einem nähebringenden Wort- und Musikdialog mit den Zuhörern.

Ja und wie war die Aufführung?

Richtig gut, begeisternd! Einfühlsam und ausdrucksstark der Klavierbegleiter. Und mit sicherer Klarheit und mit betörendem Ton in allen Lagen die Sopranistin.

Ein grandioses Ereignis der Liedkunst.

 

(Hartmut Hecker)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Poetry Slam – auch ohne Wilhelm Busch

Endlich wieder ein Poetry Slam im Hölderlin Eins – ursprünglich zu Ehren des 190. Geburtstags von Wilhelm Busch geplant. Da alle Busch – kundigen Poetinnen & Poeten erkrankt waren, sind, gab es „nur“ einen normalen Poetry Slam.

Egal, das Publikum hatte trotzdem Spaß. Am Ende konnte Erik Leichter (obere Bildreihe links) mit nur einem Punkt Vorsprung den silbernen Wordwerkstatt – Hammer als Gewinner mit nach Hause nehmen.  Den 2. Platz erreichte Pauline Prigge.

Foto: Wolfgang Kartscher

Ein Lied für Kleefeld

Das Kulturhaus lebt ja eigentlich von Begegnungen. Doch diese waren auch in diesem Jahr noch immer stark eingeschränkt, so dass wir eine Idee abseits der Kulturbühne für die eigenen 4 Wände ausgeschrieben hatten. Ein Lied für Kleefeld rief auf, kreativ und musikalisch zu werden, um dem ewigen Corona-Sofa-Blues zu entkommen. 

10 unterschiedliche Musikbeiträge wurden eingereicht. Die Jury hatte die Qual der Wahl und hat 3 Lieblingssongs gekürt.

Am 9. Oktober 2021 wurden auf unserer Kulturbühne die Mitwirkenden mit ihren Songs live vorgestellt.

1. Platz: Ich fühl mich wohl – Monomaster 
2. Platz: Im Kleefelder Bad – Volkmann, Mischke & AstRein 
3. Platz: Liebeslied an Kleefeld – Manuel Kiper


Die CD ist im Kulturhaus erhältlich – solange Vorrat reicht.

Zu den Songs und Impressionen

Three for Silver

Nachdem der Konzerttermin bedingt durch die Corona – Entwicklung über mehrere Jahre durch den Kalender gewandert ist, konnte das Konzert nun am 29. März 2022 endlich stattfinden.

Das Trio um den Sänger und Bassisten Lucas Warford konnte erneut restlios begeistern. Wir hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!

Lucas Warford, Bass + Gesang Willo Sertain – Accordeon + Gesang  Corwin Zekley – Violine+ Gesang

Fotos: Frank Herrmann

A Cappella – Doppelkonzert: THE FAIRYTALES dann doch allein unterwegs

Auch vor Musikschaffenden macht Corona keinen Halt. Und so wurde aus dem angekündigten Doppelkonzert mit dem Damen – Quartett NOW OR NELLIE und den vier Herren von THE FAIRYTALES ein Soloauftritt des Männer – Quartetts, da die Damenriege vom Virus geschwächt wurde.

Dennoch hatte das Publikum einen unterhaltsamen Abend. Die vier Herren haben nicht nur Freude und Spaß am Gesang. Sie sind echte Entertainer, die auch zwischen den Stücken  mit launigen Ansagen,  überraschenden  Verkleidungen und schrägen Witzen bestens unterhalten.  Die lange Bühnenabstinenz war dem Quartett nicht anzumerken.  Alle Töne saßen,  das Repertoire (überwiegend aus den 50 / 60er Jahren) wurde sicher und mit großer Leichtigkeit vorgetragen. Perfekt,  aber locker!

Gute Nachricht für die  die Freundinnen & Freunde von NOW OR NELLIE: Das Doppelkonzert findet nun am 03.05.2022 statt. Dann sind alle Damen wieder fit und wir dürfen auch wieder mehr als 36 Gäste in unseren Saal lassen!

Fotos: Wolfgang Kartscher

Marktplatz der Lieblingsbücher

Liebe Literaturfreund*innen,

da wir uns schweren Herzens dazu entschlossen hatten, Corona bedingt unsere Veranstaltungen im Dezember 2021 abzusagen, entfiel leider auch der Marktplatz der Lieblingsbücher. Um die Arbeit aller Beteiligten zu würdigen, haben wir uns entschlossen diesem Projekt hier auf unserer Homepage einen entsprechenden Rahmen zu bieten.

Zu den unterstrichenen Buchtiteln sind Langtexte verfügbar. Bitte einfach den Gewünschten Titel anklicken.

Das Team des Hölderlin Eins und die Literaturgruppe des BVK e.V. wünschen Ihnen/Euch viel Spaß beim Stöbern und Entdecken!

BUCHEMPFEHLUNGEN DER LESEGRUPPE HÖLDERLIN EINS AND FRIENDS
(Dokumentation zur leider ausgefallenen Veranstaltung am 3.12.21)


 

Xi Jinping – der mächtigste Mann der Welt: Biografie | Ein neuer Blick auf China

Aust, Stefan und Geiges, Adrian: Xi Jinping – der mächtigste Mann der Welt                               Piper Verlag 2021, 288 S., 22 €

Wie kommt es, dass China aus westlicher Sicht ein digitaler Überwachungsstaat ohne Meinungsfreiheit zu sein scheint, der Minderheiten wie die Uiguren und die Demokratiebewegung in Hongkong brutal unterdrückt, dass aber die große Mehrheit der Chinesen hinter dem mächtigen Führer der kommunistischen Partei Xi Jinping steht, und dass die Verbesserung ihrer Lebensumstände in den letzten Jahrzehnten und die Befriedigung ihrer existenziellen Grundbedürfnisse wichtiger zu sein scheinen als die vom Westen angemahnten Menschenrechte? „Wir wollen kein Buch für oder gegen Xi Jinping schreiben, kein Buch für oder gegen das derzeitige China. Wir wollen darstellen, wie es ist,“ sagt Adrian Geiges im DLF- Interview, der wie auch Stefan Aust zehn Jahre lang in China unterwegs war.
                                              
                                                                                                                           (Wolfgang Kartscher)


 

Ich an meiner Seite: Roman
Birnbacher, Birgit: Ich an meiner Seite
Zsolnay Verlag 2020, 268 S., 23 €

Was kann in einer gut situierten Familie so schiefgehen, dass ein junger Mann zum Internet-Kriminellen wird? Und wie kommt man 22jährig, nach 26 Monaten im Knast, wieder zu einem Job und einer Wohnung, wenn man ganz allein dasteht? Nach einem authentischen Fall erzählt die Autorin (Bachmann-Preisträgerin von 2019) spannend Arthurs kurvenreiches Schicksal und seine
krassen Erfahrungen in der Resozialisation.
                                                                    
                                                                                                              (Annelore Thielen-Günther)


 

Das Leben erkennen und verstehen: Dem Geheimnis Leben auf der Spur

Eckert, Walter und Kloevekorn, Thomas: Das Leben erkennen und verstehen                       Novum Pro Verlag 2019, 254 S., 14,90 €

Warum leben wir?
T. Kloevekorn und W.Eckert beantworten diese Frage und eröffnen uns Menschen hoffnungsvolle Perspektiven. Sie enthüllen dabei jene Welt, die für die meisten von uns verborgen bleibt, jene Welt, die verrät, woher wir kommen und wohin wir gehen.
                                                                                                                           (Thomas Kloevekorn)


 

Mythos: Was uns die Götter heute sagen (Die Mythos-Trilogie, Band 1)

Fry, Stephen: Mythos. Was uns die Götter heute sagen. Mythos-Trilogie Bd.1                       Aufbau Verlag 2018, 448 S., 14 €

Empfohlen für alle, die immer schon einmal nachlesen wollten, was es auf sich hat mit den griechischen Mythen, Nymphen, Monstern und Mischwesen, mit den Halbgöttern und Göttern, deren Namen noch immer in unserer Sprache herumgeistern. Wer einmal anfängt, Stephen Frys Nach- und Neuerzählungen zu lesen, findet sich unmittelbar hineingezogen in einen Geschichtenstrom aus dem er sich schwer wieder lösen wird. Alles wird gegenwärtig in seinem Buch und menschlich im umfassendsten Sinne: Götter, nach unserem Bild
geschaffen.
                                                                                                                                   (Hartmut Hecker)


 

TEXT

Dmitri Glukhovsky: Text
Ullstein Verlag 2018, 368 S., 9,99 €

Meisterhaft verknüpft Dmitry Glukhovsky das Schicksal zweier junger Männer, die sich schuldig gemacht haben, jeder auf seine Weise. Und so fühlt sich der eine dazu verurteilt, das Leben des anderen zu Ende zu führen – hat er doch mit dessen Smartphone sein Seelen-Reservoir gefunden, die Bilder und Chats, den TEXT seines Lebens. Ein außergewöhnliches Werk, das an die große russische Erzähltradition mit ihrer immer wiederkehrenden Frage nach Schuld und Sühne anschließt. Dieser Millionenbestseller, in 35 Ländern veröffentlicht, wurde in Hollywood verfilmt.
                                                                                                                                     (Jürgen Garlichs)


 

Die Macht der Kränkung

Haller, Reinhard: Die Macht der Kränkung
ecowin Verlag 2021, 248 S., 21,95 €

Wieso sind manche Menschen so schnell eingeschnappt? Gekränkt wegen einer Nichtigkeit? Das habe ich mich in letzter Zeit verstärkt gefragt und gute, kluge, wissenschaftlich fundierte Antworten gefunden in dem Buch von Reinhard Haller. Der Psychiater, Buchautor und Gerichtsgutachter erläutert, weshalb Kränkbarkeit in unserem Zeitalter des Narzissmus rapide zunimmt, mitunter mit schrecklichen Folgen: Mord und Amokläufen. Ein für die Wissenschaft bisher unerforschtes, neu entdecktes, wichtiges Thema! Auch hilfreich für den eigenen Hausgebrauch.
                                                                                                                                        (Inge Nordhoff)


 

Die Bagage: Roman

Helfer, Monika: Die Bagage
dtv Verlag 2020, 158 S., 11 €

Der schmale Familienroman fasziniert durch das einfühlsame und dichte Erzählen der Autorin. Die Figuren und ihr Schicksal berühren. „Die Bagage“ ist eine Lektüre, deren Wirkung lange anhält.
                                                                                                                                          (Monika Gaier)


 

Gesponserte Anzeige – Hauskonzert

Levit, Igor und Zinnecker, Florian: Hauskonzert
Hanser Verlag 2021, 299 S., 24€

Es ist weder ein Tagebuch noch eine Biografie. Es ist ein exzellentes Buch über einen großartigen Pianisten und Menschen, welcher uneitle Einblicke in sein privates Leben und künstlerisches Wirken gewährt und gleichzeitig durch die Kritik an seinem gesellschaftspolitischen Engagement Fassungslosigkeit erzeugt. Ein faszinierendes Buch, nicht nur für Musikliebhaber.
                                                                                                                                           (André Nieter)


 

Flucht über die Alpen: Wie jüdische Holocaust-Überlebende nach Palästina geschleust wurden

Löwer, Hans-Joachim: Flucht über die Alpen
Athesia Verlag 2021, 320 S., 28 €

Der Autor beschreibt das Schicksal der sogenannten „Displaced Persons“ nach der Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945. Dazu gehören Juden aus ganz Europa, die die Vernichtung in den KZ-Lagern und die Todesmärsche überlebt hatten. Sie wurden von den Aliierten in Lagern zusammengefasst. Dazu kamen die Juden, die in Osteuropa der Vernichtung entgangen waren
und nun in den von der Roten Armee besetzten Ländern keine Zukunft mehr für sich sahen und gen Westen flohen. Es waren zehntausende entwurzelte Menschen, staatenlos und schwerst traumatisiert. Mit Hilfe des Geldes amerikanischer jüdischer Bürger und Organisationen brachten zionistische Geheimorganisationen über österreichische Alpenpässe diese D.P. nach Palästina. Anschaulich und kenntnisreich schildert der Autor ihren weiteren Weg, die Gründung des Staates Israel und die Vertreibung der Palästinenser, die eine fortdauernde Tragödie hervorrief.
                                                                                                                                     (Anke Neelshen)


 

Große Erwartungen: Auf den Spuren des europäischen Traums (1999-2019)

Mak, Geert: Große Erwartungen. Auf den Spuren des europäischen Traums                                 Siedler Verlag 2020, 640 S., 38 €

Der Autor nimmt uns mit auf Streifzüge durch die Geschichte der EU und Europas. Er vertieft dabei – gespeist aus persönlichen Begegnungen und scharfsichtigen Analysen – das Verständnis der Krisen und Chancen eines geeinten Europas. Das Buch kann für 7 € bei der Bundeszentrale für politische Bildung bestellt werden.
                                                                                                                                           (Rolf Günther)


 

Das Gartenzimmer: Roman

Schäfer, Andreas: Das Gartenzimmer
Du Mont Verlag 2020, 348 S., 12 €/22€

Häuser sind ein Spiegel ihrer Zeit. Sie prägen aber auch aktiv das Leben ihrer Bewohner und werden so zum Teil ihres Schicksals. Der Autor erzählt zwei solche Bewohnerschicksale einer fiktiven Berliner Grunewaldvilla aus dem beginnenden und aus dem endenden 20. Jahrhundert und einer grausligen Zeit der Verwahrlosung dazwischen; das sind dann fast 100 Jahre Baugeschichte und bürgerliches Leben in Berlin.                                                
                                                                                                                                         (HPC Weidner)


 

Krähen: Ein Portrait (Naturkunden)

Schalansky, Judith (Hg.), Riechelmann, Cord: Krähen
Matthes und Seitz Verlag 2013, 155 S., 20 €

„Krähen“ ist der Titel des ersten Bandes der Reihe „Naturkunden“, die von Judith Schalansky herausgegeben wird. Schon wenn man das Buch in die Hand nimmt, erfreut man sich an dem Einband: Auf schwarzem Grund im Prägedruck eine Krähe, schimmernd wie ihre Schwestern in der Natur.                                                                                                                             
                                                                                                                                                          (K. Ge.)


 

Esel: Ein Portrait (Naturkunden)

Schalansky, Judith (Hg.), Person, Jutta: Esel
Matthes und Seitz Verlag 2013, 147 S., 20 €

Alle Esel sind grau, habe ich gedacht. Die Portraits der Arten, Rassen und Hybriden lehren etwas anderes. Die einleitenden Geschichten machen einen mit dem Esel vertraut.
Die Bücher aus der Reihe, in der inzwischen 81 Bände erschienen sind, sind ein schönes Geschenk!                                                                                                                                                                                                  (K. Ge.)


 

Das Licht zwischen den Meeren: Roman

Stedmann, M.L.: Das Licht zwischen den Meeren
Blanvalet Verlag 2014, 448 S., 11 €

Australien nach dem ersten Weltkrieg. Tom, einer der vielen traumatisierten Heimkehrer aus dem europäischen Krieg, verpflichtet sich als Leuchtturmwärter auf einer einsamen, sturmumtosten Insel. Als auf dieser Insel ein Boot mit einem munteren Säugling angeschwemmt wird, entspinnt sich psychologisch feinsinnig eine fesselnde Geschichte von Liebe, enttäuschter Hoffnung, Verstrickung, Schuld…Vorsicht: Die Erzählung ist so packend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

                                                                                                                                        (Martine Janke)


 

Der Koch (detebe)

Suter, Martin: Der Koch
Diogenes Verlag 2010, 311 S., 13 €

Vor  zehn Jahren bereits einmal gelesen und jetzt im Bücherregal wiederentdeckt! Es ist die Geschichte des tamilischen Flüchtlings Maravan in den Jahren 2007 – 09 in der Schweiz, der sich erst als Küchenhilfe in einem 5-Sterne Restaurant durchschlägt, weil er als Asylbewerber nur geduldet ist, sich dann eine eigene Existenz als Koch eines „Liebesmenüs“ aufbaut.
Und es ist seine (unglückliche) Liebesgeschichte, aber auch die Geschichte der tamilischen Exil-Gemeinde, die Geschichte des Bürgerkriegs auf Sri Lanka und seiner tamilischen Familie dort. Es ist aber auch die Geschichte von Spekulanten und Waffenschiebern, die sowohl der Regierungsseite wie auch den tamilischen Freiheitstigern Waffen verkaufen und den Konflikt damit weiter verschärfen.
Martin Suter beherrscht eine heitere Sprache trotz des sehr ernsten Hintergrundes.                                                                                                      

                                                                                                                                      (Klaus Zobernig)


 

Alle sind so ernst geworden

Suter, Martin und von Stuckrad-Barre, Benjamin: Alle sind so ernst geworden
Diogenes Verlag 2020, 272 S., 22 €

Das war mein spontaner Gedanke zu diesem Buch Anfang 2021: Endlich die heitere Lektüre für trübe Tage, um die Zeiten des Lockdowns und andere dunkle Gedanken zu vergessen!

                                                                                                                                      (Klaus Zobernig)


 

Der Klang der Fremde: Roman

Thúy, Kim: Klang der Fremde
dtv Verlag 2010, 160 S., 9,90 €

Als Zehnjährige flieht Kim Thúy mit ihren Eltern als Bootsflüchtling 1978 aus Vietnam. In faszinierenden poetisch-sinnlichen Bildern erzählt sie von Not, ihrer dramatischen Vertreibung und einem geglückten Neubeginn in Kanada.Monatelang stand dieses Buch 2010 auf Platz 1 der Bestsellerliste in Kanada und Frankreich. In unserer Lesegruppe lag es ganz vorn bei der Bewertung von 12 Büchern.
                                                                                                          (für die Lesegruppe A. Th.-G.)


 

Annette, ein Heldinnenepos

Weber, Anne: Annette, ein Heldinnen-Epos
Matthes und Seitz 2020, 208 S., 22 €

Am 26.2.22 wird im Staatstheater die Inszenierung dieses Romans Premiere haben. Für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren. Regie: Lily Sykes, mit Mohamed Achour, Corinna Harfouch, Alrun Hofert, Oscar Olivo, Katherina Sattler, David Schwarz (Live-Musik)

Aus dem Flyer des Schauspielhauses:

Annette wächst in einfachen Verhältnissen auf, aber wichtiger als Geld ist für sie Haltung. Als die deutsche Wehrmacht Frankreich besetzt, geht sie zur Résistance und tritt der verbotenen kommunistischen Partei bei, denn dass alle gleich sind, findet sie gut, auch wenn die Männer noch immer etwas gleicher sind. Nach Kriegsende wird sie Ärztin, gründet eine Familie und erlebt mit Schrecken, wie Frankreich im besetzten Algerien die Bevölkerung genauso unterdrückt wie die Deutschen im Krieg. Sie entscheidet sich erneut, in den Widerstand zu gehen, ohne die Folgen für sich und ihre junge Familie zu erahnen.                                    

                                                                                              (empfohlen von Anke Tuitjer-Fried)


 

Das große Los: Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr

Winnemuth, Meike: Das große Los
Penguin Verlag 2018, 336 S., 10 €

Nach dem sagenhaften Gewinn von 500 000 € in einer Rate-Show bei Günther Jauch beschließt Meike Winnemuth, ein Jahr lang immer einen Monat in einer anderen  Weltstadt zu leben. Hinterher stellt sie fest, dass sie das auch ohne den Gewinn hätte machen können. Ich fand sehr interessant, wie sie – auch Dank ihrer vielen Kontakte – in die Städte „eintaucht“, was sie an Erkenntnissen mitnimmt, wie verschieden Städte sein können und wie sie manchmal durchhält, obwohl sie eigentlich weglaufen möchte. Auch eine Reise in die Natur macht sie, obwohl zunächst nur Städte im Programm waren. Dieses Jahr verändert ihren Blick auf die Welt – und wir dürfen daran teilhaben.                                                                                                 
                                                                                                                                  (Susanne Volhard)


 

Wie viel von diesen Hügeln ist Gold: Roman

Zhang, C. Pam: Wieviel von diesen Hügel ist Gold
Fischer Verlag, 2021, 347 S., 22 €

USA, Westküste Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Goldrausch in den 50er Jahren dieses Jahrhunderts zog u.a. auch die Chinesen in das junge Land. Der Goldrausch ging vorüber, die Chinesen blieben und wurden willkommene Arbeiter beim Eisenbahnbau.
Unter den Aspekten Menschen ohne Bürgerrechte, Diskriminierung, Fremdheit, Gerechtigkeit und miserable Arbeitsbedingungen und unter dem Eindruck des verblassenden Goldrausches spielt sich in diesem Erstlings-Buch von C. Pam Zhang eine kleine große Geschichte der Sehnsucht ab. Wir begleiten Sam und Lucy auf ihrer abenteuerlichen Reise in einer uns unbekannten Welt.
Ein Western! Ein historisches Roadmovie! Ein Coming Out! Ein Wortfeuerwerk!
Ein tolles Buch!                                                                                                  
                                                                                                                                     (Marion Voltmer)


 

Eurotrash: Roman

Kracht, Christian: Eurotrash
Kiepenheuer & Witsch 2021, 209 S., 22 €

Ein skurriles Mutter-Sohn-Gespann tourt hier durch die Schweiz. Der Roman ist autofiktional angelegt, viele Details sind wahr, aber Christian Kracht nimmt sich auch die Freiheit zu fabulieren.
Die alte Dame im ginstergelben Kostüm ist über 80 Jahre alt, einsam, sehr vermögend, so dass sie sogar ihr Geld verschenken will, war als Alkoholikerin mehrfach als Patientin in der Psychiatrie, ist nervig, spottlustig und weiß alles besser. Aber ist sie wirklich verrückt? In den Gesprächen kommt langsam eine ganz andere Seite ihrer Person zu Tage: ihre Vergewaltigung mit 11 Jahren, ihr Schicksal als schöne Tochter einer Nazifamilie, ihre gescheiterte Ehe mit einem sozialdemokratischen Emporkömmling, der einer  der bedeutendsten Medienmanagers der Nachkriegszeit im Kreise Axel Springers wurde. Sie macht ihrem Schriftsteller-Sohn ständig Vorwürfe, aber wenn er ihr Geschichten erzählt, ist sie völlig hingerissen, ist neugierig, freut sich wie ein Kind und verzeiht ihm alles. Eine anrührende Mutter-Sohn Beziehung: Schillernd, absurd-witzig, tiefsinnig und von erzählerischer Klasse (Shortlist Buchpreis 2021).
                                                                                                        (A. Thielen-Günther)         


 

Eröffnung des Hölderlin Eins 01.09.2018

Mehr als drei Jahre liegt die Eröffnung des Hölderlin Eins – Kulturhaus Kleefeld nun zurück. gerne denken wir an die große Eröffnungsfeier am 01. September 2018 mit zahlreichen Gästen!  Als Erinnerung ein Zeitungsartikel aus der HAZ, Stadtanzeiger Ost von Gabi Stief: