Deutscher Mühlentag – Die Mühle ist geöffnet!

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Datum:

10.06.2019

Uhrzeit:

11:00 - 17:00

Ort:

Windmühle im H.-Löns-Park

Kategorie

Eintritt

Eintritt frei

 

Jährlich am Pfingstmonntag findet der Deutsche Mühlentag statt, an dem historische Mühlen besichtigt werden können. So ist auch die historische Bockwindmühle im Herman – Löns – Park an diesem Tag für Besucherinnen & Besucher geöffnet.

 Im einst mühlenreichen Hannover gibt es heute nur noch sechs Windmühlen. Eine davon ist die 1701 gebaute Bockwindmühle im Hermann-Löns-Park. Nachdem sie über 300 Jahre lang diverse Umzüge, Umbauten und einen Weltkrieg überstanden hatte, musste 1935 schließlich der Betrieb eingestellt werden, weil die zunehmende Industrialisierung und die Großmühlen die kleinen „unwirtschaftlichen“ Betriebe verdrängten. 1938 wurde die Bockwindmühle im damals neu angelegten Hermann-Löns-Park zwischen Eilenriede und Tiergarten errichtet.

Als ältester Windmühlentyp ist die Bockwindmühle seit dem 12. Jh. zunächst
in Nordfrankreich und Belgien, im deutschen Raum seit dem 13. Jh. verbreitet.
Sie wird auch Deutsche Windmühle, Kastenmühle oder Ständermühle genannt. Hauptmerkmal einer Bockwindmühle ist das drehbare Mühlenhaus auf dem Untergestell. Dieser hölzerne „Bock“ lagert zumeist auf einem Fundament aus Steinblöcken. Er besteht im Wesentlichen aus einem Balkenkreuz mit Streben und stützt einen senkrecht stehenden Pfahl, den „Hausbaum“. Darauf sitzt das viereckige Mühlenhaus. Eine bewegliche steile Treppe an der Rückseite der  Mühle führt in ihr Inneres. Mit einem langen Hebelbalken, dem „Stert“, wird das gesamte Mühlenhaus mit allen Müllereimaschinen und den vier Mühlenflügeln um den Hausbaum in die Windrichtung ausgerichtet. Windkraft setzt die Mühlenflügel in Bewegung, diese wird über Flügelwelle, Kammrad und ein Getriebe auf den Mahlgang übertragen.

Wiederaufbau: Im Herbst 2006 wurden erste Materialschäden an der Bockkonstruktion, ein
Jahr später an den Flügeln der Mühle und am Tragwerk des Mühlenhauses festgestellt. Im Oktober 2007 wurden zunächst die Flügel demontiert, 2008 wurde beschlossen, die Mühle aus Sicherheitsgründen abzubauen. Sämtliche Bauteile wurden nummeriert, die Schäden detailliert dokumentiert und analysiert und die Hölzer gegen Schädlingsbefall begast. Im November 2008 wurde die gesamte Mühle abgebaut und in Einzelteilen eingelagert.
Das Engagement von Bürgerinnen, Bürgern und Fördervereinen und schließlich der Ratsbeschluss im Jahr 2009 sicherten die finanziellen Mittel, so dass ab 2010 mit der Planung des Wiederaufbaus begonnen werden konnte. Eine bauhistorische Untersuchung ergab, dass die Bockwindmühle technischmehrfach verändert worden war: Verschleißteile waren erneuert worden und die Mühlentechnik den jeweils aktuellen technischen und wirtschaftlichen Bedürfnissen angepasst. Als sie 1938 im Hermann-Löns-Park aufgestellt wurde, wollte man den ursprünglichen Technikstand von 1701 wiederherstellen; dazu wurden Teile einer anderen Bockwindmühle eingebaut.

 

 

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